Samstag, 19. Mai 2007

Bobo

Ich weiß nicht, wie sehr sich das Vorrundenaus von DJ Bobo beim diesjährigen Eurovision Song Contest in den Medien jenseits dieses Landes niedergeschlagen hat; hier ist es jedenfalls ein Ereignis, auf das sich nicht nur der Boulevard, sondern auch die wirklichen Zeitungen begierig stürzen.

Vor dem Grand Prix, pardon - ESC, war dieses Stück Musik für manche Kreise noch ein Skandal. (Wohl das erste Mal, dass jemand "DJ Bobo" und "kontrovers" in einem Satz gebrauchte...) Jetzt stehen sie aber alle hinter ihm. Die böse Osteuropamafia hat sich gegen ihn verschworen, bla, bla, bla. Hallo? Wir reden hier über DJ Bobo, ja? DJ Bobo.
Mein Vorschlag: Lasst nächstes Mal Celtic Frost antreten. Die haben auch Videos, über die sich vorher christliche Gruppen aufregen können. Und dann müssen auch nicht länger irgendwelche Regeländerungen gefordert werden; Lordi haben es vorgemacht, wie man mit einer internationalen Szene im Rücken plötzlich als Sieger dasteht. Und nun bitte einmal hier geschaut. Das ist moderner Metal, meine Herren:

Sonntag, 6. Mai 2007

Sturmgewehr reloaded

Eine Sache, über die ich noch nicht geschrieben habe, da sie hier doch irgendwie so selbstverständlich scheint: das Sturmgewehr im Kleiderschrank.
Jeder Armeeangehörige hat sein Gewehr zu Hause. Und nicht nur dies, sondern auch Munition, um sich im plötzlichen Kriegsfall von zu Hause zur Truppe durchschlagen zu können.
Ich kenne nicht die genauen Statistiken, dann und wann kommt es freilich zu üblen Missbrauchsfällen des heimischen Maschinengewehrs, die dann, die öffentliche Diskussion hierüber einmal mehr aufflammen lassen. Jetzt anlässlich eines Amoklaufs in Baden gerade wieder.
Der Sonntags Blick ist freilich nicht unbedingt eine Quelle, die man all zu ernst nehmen sollte, aber was wirklich interessant ist, sind die Leserkommentare zum Artikel. Da geht es wirklich hoch her. Ein paar Zitate:
Beiden, sowohl Waffe&Munition beim Wehrmann im Kleiderschrank sowie die obligatorischen Schiessübungen, sind inzwischen nichts weiter als (ziemlich Steuerintensive) Folklore. Ich werde beiden alten Zöpfen keine einzige Träne nachweinen, wenn sie denn endlich abgeschnitten sind.
Was soll das? Das Sturmgewehr sowie Munition gehört von je her zum Schweizer. Sind wir stolz auf das Vertrauen der Regierung dieses Privileg unser nennen zu dürfen. Leider werden immer wieder Familien ausgelöscht. Doch wir sollten die drohenden Anzeichen dafür auch wahrnehmen. Tagtäglich verunglücken auf den Strassen Menschen - verbieten wir desshalb das Autofahren?
Und hören Sie auf weitere Lügen zu verbreiten, dass pro Jahr 300 Personen mit Armeewaffen umkommen. Ihre Zeitung gehört schon lange auf den Müll.
Wir steuerzahlenden Schweizer haben ein Recht auf Waffen. Das ist immer noch ein freies Land!
Ihr habt es wohl immer noch nicht verstanden: Das Sturmgewehr gehört ins Zeughaus und nicht in die Hände von solchen Extremisten wie Euch!
Alles etwas fremd bis befremdlich. Einen friedlichen Sonntag euch.

Donnerstag, 3. Mai 2007

Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern

Da ist man mal ein paar Monate nicht zu Hause, und auf einmal findet dort das internationale politische Theater statt. Macht nichts; das strahlt auch weit genug in die Schweizer Berge hinunter. Hier eine kleine Auswahl (!) politischer Plakate rund um G8. Inhaltlich ist einiges darunter, das ich in keiner Weise gutheißen kann, aber ich vertraue darauf, dass die Leser dieses Blogs persönlich so weit gefestigt sind, dass sie ein Plakat nicht dazu verführt, "deregulierend tätig zu werden".

Samstag, 28. April 2007

O-Ton

Was het ä Pizza und äs Casino gmeinsam?
Ä Pizza het Tomatä und äs Casino het ou tomatä.
Mehr nicht heute? Doch. Der 143-Post hat noch eine kleine Ergänzung erfahren.

Mittwoch, 25. April 2007

Offtopic (Okay, der Hydrant ist schweizerisch...)

Das heutige Datum ist es, das diesmal das Stichwort liefert. In heute genau einem Monat ist wieder Towel Day. Handtuchtag? Ja, genau dieser.
Der 25. Mai wurde im Jahre 2001 nach dem frühen Tod von Douglas Adams als Gedenktag gewählt. Ihm zu Ehren tragen die Gedenkenden den ganzen Tag ein Handtuch mit sich herum. (Wer sich an dieser Stelle fragt, "Warum um Himmelswillen ein Handtuch?", für den ist dieser Post sicherlich nicht von sonderlichem Interesse.)
Ich selbst kann aus der Erfahrung des Towel Day '06 heraus sagen, dass mir dieses Utensil die verregnete Herrentagsradtour als Sattelpolster, Notschal und natürlich Handtuch extrem erleichtert hat.
Hiermit sei also der Aufruf an meine kleine Öffentlichkeit hier gesandt: Insofern euch das schriftstellerische Schaffen von Douglas Adams ein paar Stunden eures Lebens versüßt hat, erweist ihm in einem Monat diesen Tribut.

'Towel Day'-Posts in den letzten 30 Tagen:
Technorati Chart

Donnerstag, 19. April 2007

I said a hip hop/ The hippie the hippie/ To the hip hip hop, a you dont stop the rock it

Das Konzert der Sugar Hill Gang hier in Biel am letzten Sonntag gibt mir Anlass, endlich mal ein paar Worte über den Ort des Geschehens, den Gaskessel aka Coupole aka Chessu, zu verlieren.
Der Gaskessel ist, wie der Name vermuten lässt, ein ehemaliger Gaskessel, in dem jetzt die Kultur tobt. Jede Woche Partys, Livemusik, Pizza. Als Noob des Bieler Nachtlebens fand ich es am Anfang noch bemerkenswert, wie ein Typ mit brennendem Joint am Türsteher vorbei ging. Doch es gibt hier noch viel Unglaublicheres: Leute, die mit mitgebrachten Getränken am Türsteher vorbeigehen.
Aber zur Sugar Hill Gang. Wie man heutzutage im Musikunterricht lernt: New Yorker Rapper, die mit 'Rapper's Delight' Anfang der 80er den ersten kommerziellen Hit mit einem Hiphop-Track hatten. Zum einen historisch interesant, zum anderen eine Gelegenheit, sich mal die versammelte Bewohnerschaft der Hiphop-Hochburg (Angaben noch unbestätigt) Biel anzusehen.
Doch vorneweg lokale Breakdancer. Ich bin sicher, die Show war getürkt. So etwas lässt die irdische Physik schlicht nicht zu.
Und schließlich vor einem gut vorgewärmten und rappelvollen Kessel: "Live from New York City: The Original Sugar Hill Gang!" Ich bin ja nun in Sachen Ostküstensprechgesang nicht so bewandert, aber ich als Laie erlebte das bislang beste Konzert in meiner Zeit hier. Sie konnten es noch, die alten Männer; nicht nur rappen, sondern auch unterhalten, gar begeistern. Vielleicht etwas steif geworden in der Hüfte, aber egal. So macht die Vermarktung längst vergangenen Ruhmes noch Spaß.

Nachtrag: Hiphop Anno 1979:

Das "vielleicht etwas steif geworden in der Hüfte" nehme ich zurück.

Freitag, 13. April 2007

So oder ähnlich; zumindest immer wieder

"Ja, das liegt in Mecklenburg Vorpommern, direkt an der Ostsee. Vielleicht kennst du Rostock, das ist ganz in der Nähe."
[...]
"Wieso 'ehemaliges Ostdeutschland'? Eigentlich ist es immer noch Ostdeutschland... ...Polen gehört nicht mehr dazu."
[...]
"Nein, Ostfriesland ist in Westdeutschland."
Um bei der Wahrheit zu bleiben; "Polen gehört nicht mehr dazu." hab ich bei diesen Gelegenheiten noch nicht gesagt. Aber das hier ist schließlich die zynische Bloggosphäre mit ihren selbstdarstellerischen Protagonisten, die ihr Leben in schillernden Farben ausmalen. Also.

Bloggosphäre habe ich im richtigen Leben auch noch nie gesagt...